Wo nun eigentlich für alle Zeiten Bäume hätte wachsen und gedeihen sollen, plante der Diktator Adolf Hitler allerdings nach seine Machtergreifung 1933 eine neue Hochschulstadt an der Heerstraße. Den Bau des Fakultätsgebäudes plante der Architekt Hans Malwitz (1891 – 1987). Die Grundsteinlegung fand am 27. November 1937 im Beisein des selbsternannten „größten Führers aller Zeiten“ und seines Lieblingsarchitekten Albert Speer statt. Nach dem Beginn des 2. Weltkrieges allerdings benötigte das „Deutsche Reich“ sämtliche Kapazitäten zur Kriegsführung und verfügte deshalb im Februar 1940 die Einstellung sämtlicher Bauten, die nicht unmittelbar Kriegszwecken dienten. Nachdem ein Drittel der Gebäude Berlins im Krieg zerstört worden waren, häufte sich in der Stadt 1945 eine Trümmermenge von rund 100 Millionen Kubikmeter.

Bis zum 11. Dezember 1972 kippten sodann 600 bis 800 Lastkraftwagen insgesamt 26.181.310 Kubikmeter Schutt auf. Nachdem diese zunächst relativ planlos abgekippt worden waren, entschloss sich die Stadt mit der fortschreitenden Entstehung des langsam erkennbar werdenden Berges eine detaillierte Landschaftsplanung zu erstellen. So fügt sich der entstandene Schuttberg als Berliner Teufelsberg heute passgerecht in die Silhouette der Berliner Stadtlandschaft. An dem wachsenden Berg, im Verwaltungsgebiet der Britischen Alliierten Truppen gelegen, zeigten allerdings nicht nur die Briten, sondern auch recht früh die Amerikanischen Alliierten Interesse. In den 60er Jahren kundschafteten die Alliierten mit ersten Antennenwagen versuchsweise, ob und mit welchem Erfolg eine Spionage vom Schuttberg aus möglich sei. Dies erwies sich als recht Erfolg versprechend. Obwohl der Grunewald eigentlich zur britischen Besatzungszone gehört, installierten zunächst Amerikaner und dann auch die Briten verschiedene Antennen zu Spionagezwecken auf dem Berliner Teufelsberg. Als dieser mit der letzten Schuttabladung fertig gestellt war, stand fest, dass die Kuppe des Berges ausschließlich für Abhör- und Spionagetätigkeiten reserviert sein würde.

Bis zum Ende des kalten Krieges im Jahre 1989 diente der Berliner Teufelsberg mit seiner Field Station der Spionage. Mit vier Radomen, in denen sich Satellitenschüsseln drehten und von denen Funksignale ausgesendet wurden, versuchten die westlichen Alliierten den Funkverkehr des Warschauer Paktes, der DDR Behörden und Armeen und der UDSSR und ihrer Soldaten abzuhören. Auch Pläne entsprechende, als feindlich eingestufte, Signale zu stören, existierten.

Wie genau diese Abhöraktivitäten ausgesehen haben und welches Ergebnis sie brachten, wird sich erst zeigen, wenn die entsprechenden Archive der Alliierten nach 2020 geöffnet
werden. Denn nach dem Ende des kalten Krieges, bis in das Jahr 1992 hinein, fand die Demontage der Abhöreinrichtungen bei der Field Station statt. Informationen und Material, das auf die Tätigkeit in den vergangenen 20 Jahren hätte schließen lassen, fand sich auf dem Teufelsberg nicht mehr, als das amerikanische Liegenschaftsamt das Grundstück Teufelsseechaussee 10 im Berliner Bezirk Wilmersdorf der Oberfinanzdirektion Berlin am 26. August 1992 zurück übertrug.

Nicht zuletzt aufgrund der erheblichen Betriebskosten entschied sich schließlich Land Berlin das Gelände zu verkaufen. Damit befand es sich im zeit geistigen Trend. Der
Berliner Senat privatisierte in den 90er Jahren eine große Anzahl öffentlicher Einrichtungen und Anlagen. Der politische Fehler, den die Regierungsfraktion nicht nur mit
dem Verkauf der Field Station beging, sollte sich erst gut ein Jahrzehnt später zeigen. Die Investorengemeinschaft Teufelsberg GbR (IGTB) erwarb 1996 das Gelände und plante dort ein großes Freizeitareal. Hotels, Wohnräume, ein Parkhaus und ein neuer Aussichtsturm sollten entstehen. Die Pläne allerdings scheiterten. Nachdem juristische Einwände aus dem Weg geräumt werden konnten, brach die Finanzierung des Bauvorhabens um die Nullerjahre zusammen. Am 15. August 2005 erließ die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung eine Rechtsverordnung, mit der sie den bisher geltenden Vorhabens- und Entwicklungsplan aufhob. Damit war und sind private Bauvorhaben auf dem Teufelsberg nicht mehr möglich. Nachdem das Gelände im Jahre 2006 zu einem „verlassenen Ort“ geworden war, fand eine Usurpation durch verschiedene Gruppen statt. Diebstahl und Vandalismus zerstörten die noch vorhandenen Anlagen und Einrichtungen vollständig. Erst im Jahre 2010 gelang es dem damaligen Pächter, eine organisierte Struktur und Möglichkeiten zu schaffen und das Gelände wieder einem geregelten Besuchsbetrieb zugänglich zu machen. Dieser war es auch, der die Graffiti-Galerie, größte Galerie Europas, die sich auf dem Gelände befindet, initiierte. Im Jahre 2015 verließ er die Field Station, die nun von dem neuen Pächter verwaltet und entwickelt wird. Im Rahmen einer geführten Tour haben Besucher gegenwärtig die Möglichkeit, sich einen Eindruck von dem denkmalwürdigen Monument zu machen.